Projekt Medizinische Versorgung für mittellose Patienten in der Krankenstation St. Augustin in Tové Agbessia, Togo mit Charité Togo e.V. 2019-2020

Seit Mitte 2019 förderte die Ein Zehntel Stiftung ein Projekt zur Diagnostik und Behandlung mittellosen Patienten mit dem Verein Charité Togo e.V.

 

Mit dem Projekt sollte die Behandlung von Malaria und Durchfallerkrankungen in der Krankenstation St. Augustin weiter ausgebaut werden. Das Projekt bediente dabei drei Säulen der Gesundheitsförderung: der Prävention (Aufklärung), Schnelltests zur Diagnostik und Behandlung (für mittellose Patienten kostenlos oder vergünstigt).


Charité Togo e.V. ist ein kleiner ehrenamtlich geführter Verein mit dem Sitz in Laichingen. Er entstand aus einer privaten Initiative seiner Vorstandsmitglieder, die sich seit Sommer 2013 insbesondere für die ländliche Bevölkerung in Togo einsetzen. Unter ihrem Motto „Chancen ermöglichen, Hoffnung schenken“ fördern und unterstützen sie Projekte und Eigeninitiativen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Wasserversorgung.

 

Ein zentrales Projekt des Vereins im Bereich Gesundheit ist die Krankenstation St. Augustin in Tové Agbessia. Das medizinische Team um Krankenpfleger Komi Amekoulafe kümmert sich hier ehrenamtlich um den ärmsten Teil der Bevölkerung, der sich eine medizinische Behandlung in einem staatlichen Krankenhaus oder Krankenstation nicht leisten kann. Der wichtigste Grundsatz ihrer Arbeit: Kein Kranker soll weggeschickt werden, nur weil er aktuell keine oder nicht ausreichend finanzielle Mittel für eine Behandlung hat. Eine medizinische Grund- und Notfallversorgung wird für alle Kranke, die das Zentrum aufsuchen, gewährleistet. Schwerpunkt der Arbeit des Teams sind Malaria-Behandlungen, Infektionskrankheiten und Wundversorgungen.

Was unterstützte die Ein Zehntel Stiftung konkret?

Die Ein Zehntel Stiftung hat einen Großteil der Kosten für die Behandlung von Malaria und Durchfallerkrankungen in der Krankenstation St. Augustin übernommen und unterstützte drei Maßnahmen in der Gesundheitsförderung:   

 

  1. Primärprävention:  die Kosten für eine Aufklärungskampagne im Hof der Krankenstation St. Augustin, um die Bevölkerung mit Vorträgen und Erfahrungsberichten für die frühzeitige Behandlung der Erkrankung zu sensibilisieren und Präventivmaßnahmen (z.B. sauberes Wasser und Moskitonetze) vorzustellen.
  2. Sekundärprävention: Für eine schnelle, zuverlässige Diagnostik der Erkrankungen wird das Zentrum mit Schnelltests ausgestattet, die gängige Durchfallerkrankungen und Malariaformen erkennen können.
  3. Tertiärprävention / Behandlung:  Zur Behandlung der Erkrankungen wird ein Medikamentenstock für Malaria- und Durchfallerkrankungen eingerichtet. So kann eine schnelle Behandlung mit den richtigen Medikamenten sichergestellt werden. Durch die Subvention kann für arme, mittellose Patienten eine medizinische Behandlung kostenlos oder zu vergünstigen Preisen angeboten werden.  
     

Projektgebiet

Die Krankenstation St. Augustin befindet sich in Tové Agbessia, einem kleinen Dorf im Südwesten Togos. Tové Agbessia liegt in der Region Agou, etwa 110km von der Hauptstadt Lomé entfernt. In diesem Dorf leben schätzungsweise 8.000 Menschen, überwiegend in einfachen, strohgedeckten Hütten aus Lehm oder Holz. Die Mehrheit der Bewohner lebt von der Landwirtschaft. Viele sind von Armut betroffen. Aufgrund den fehlenden sozialen Sicherungssysteme in Togo ist die Gesundheitsversorgung hier insbesondere für die arme Bevölkerung hochproblematisch.

Maßnahmen des Projektes

Eine Aufklärungskampagnen wurden im Hof der Krankenstation St. Augustin durchgeführt. Dafür wurden alle Interessierte der Bevölkerung eingeladen. Im Rahmen von Vorträgen und Erfahrungsberichten wurde für eine frühzeitige Behandlung der Erkrankung geworben und Präventivmaßnahmen vorgestellt und Material (Moskitonetze, Fieberthermometer) an die Familien ausgegeben.
Für eine schnelle, zuverlässige Diagnostik der Erkrankungen wurde das Zentrum mit Schnelltests ausgestattet, die gängige Malariaformen und Infektionen erkennen können. Dies ersetzt eine Behandlung auf Verdacht und erspart die Fahrt in ein Labor im 15km entfernten Kpalimé. Dadurch konnten Patienten schneller und zielgerichteter behandelt werden.
Zur Behandlung mittelloser Patienten wurde ein Medikamentenstock für Malaria- und Durchfallerkrankungen in der Apotheke von St. Augustin eingerichtet. So konnte eine schnelle Behandlung mit den richtigen Medikamenten sichergestellt werden. Durch die Subvention konnte für arme, mittellose Patienten eine adäquate medizinische Behandlung kostenlos oder zu stark vergünstigen Preisen angeboten werden.

Abschlußbericht Projekt mit Charité Togo: Förderung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

 

Von August 2019 bis Mai 2020 hat die Ein Zehntel Stiftung mit dem unserem Partner Projektpartnern von Charité Togo ein Projekt gefördert mit dem Fokus der Gesundheitsprävention insbesondere von Kindern in Togo (Gebiet Tové Agbessia). Wir freuen uns, dass dieses Projekt erfolgreich war und viele Bedürftige davon profitierten.

Zielgruppe der Maßnahmen waren vor allem Kinder und Jugendliche aus Tové Agbessia. Die drei Hauptmaßnahmen bestanden im Wesentlichen aus:

 

1.    Aufklärungskampagnen: Die Veranstaltung umfasste drei Themenblöcke: (A) Ursachen von Durchfallerkrankungen, (B) Folgen von Durchfallerkrankungen, (C) Präventions- und Behandlungsmaßnahmen. Diese wurden vom Referenten und Krankenpfleger Alex Louguou gestaltet. Die Vorträge wurden in der Stammessprache Ewe abgehalten und die Inhalte in einfacher verständlicher Sprache vermittelt  und mit praktischen Übungen ergänzt. So lernten die Teilnehmer wie man Wasser am besten lagert, wie man sich richtig die Hände wäscht und wie man für Zuhause ein einfaches Waschbecken nachbauen und desinfizierende Stoffe aus der Natur gewinnen kann. Am Ende des Seminars erhielten alle Teilnehmenden einen Gutschein für einen kostenlosen Malariatest im Zentrum St. Augustin.

 

2.    Eine weitere geförderte Maßnahme war die Anschaffung von Schnelltests, mit denen die gängigen Durchfallerkrankungen und Malariaformen zuverlässig diagnostiziert werden können. So kann eine schnelle Behandlung mit den richtigen Medikamenten sichergestellt werden. Durch die Subvention kann für arme, mittellose Patienten eine medizinische Behandlung kostenlos oder zu vergünstigen Preisen angeboten werden.

Im Rahmen des Projektes konnten insgesamt 750 Schnelltests für Malaria und 320 Tests für Infektionen angeschafft werden. 250 Schnelltests für Malaria wurden kostenlos für die Teilnehmer des Seminars (gegen die Vorlage eines Gutscheines) durchgeführt. Die anderen Tests wurden an Patienten des Zentrums gegen eine kleine Gebühr bzw. für Fälle des Sozialfonds subventioniert oder kostenlos zu Verfügung gestellt. Mit dem darüber eingenommenen Geld wird der Bestand von Schnelltests im Zentrum zukünftig aufrechterhalten.

 

3.    Eine dritte Maßnahme des Projektes war eine Veranstaltung zur Malariaprävention. Im Fokus standen dabei die Themen Malaria und Anämie (Blutarmut). Hierfür wurden Frauen (als Zentrum familiärer Strukturen) aus dem Dorf eingeladen. Das Interesse der Frauen im Dorf war groß. Die Schulung erfolgte in sechs Kleingruppen (à 8-10 Frauen) durch Krankenpfleger Komi Amekulafe. Diese beinhaltete einen kurzen Vortrag zur Erkrankung und möglichen Präventionsmaßnahmen (Moskitonetz, Mückenschutz, frühe Diagnostik). Weiter wurde der Umgang mit einem Fieberthermometer thematisiert, kritische Werte erklärt und Tipps zur Fiebersenkung gegeben. Als kleines Geschenk erhielten alle Teilnehmerinnen ein elektrisches Thermometer für Zuhause, mit dem sie zukünftig bei ihrer Familie selbst Fieber messen können

 

Im Rahmen des Projektes konnten durch die Unterstützung 459 Patienten eine medizinische Behandlung zu Teil werden. Dies wurde insbesondere für die Behandlung von Kindern genutzt. Unter den Sozialfällen waren 294 Patienten im Alter zwischen fünf Monaten und 16 Jahren. Die Hauptgründe für eine medizinische Behandlung im Zentrum St. Augustin waren Malaria und Magen-Darm-Infektionen. Die Fälle von Malaria dominierten dabei vor allem im Oktober, November 2019 und April, Mai 2020 mit Einsetzen der Regenzeiten. Die Anzahl an Patienten mit Durchfallerkrankungen war über den ganzen Projektzeitraum auf einem konstanten hohen Level. Hierbei traten auch Fälle von Cholera im Zentrum auf.

Im April 2020 wurde aufgrund der Covid-19-Pandemie in Togo ein Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Einen besonderen Dank an die Ein Zehntel Stiftung hat Komi Amekulafe, der Leiter des Zentrums St. Augustin in Tové Agbessia, welcher voller Freude von den „Früchten“ des Projektes berichtete: „Mit der heutigen Situation um Covid-19 war es wahrhaft Gottes Segen, dass dieses Projekt schon im vergangenen Jahr die (Grund)steine für die Gesundheit der Bevölkerung von Tové Agbessia gelegt hat. Agbekaka!"