Projekt landwirtschaftliche Fortbildungen in Kougblenou Copé mit dem Verein Freunde Togos e.V.

Seit 2018 unterstützt die „Ein-Zehntel-Stiftung“ den Verein der Freunde Togos e.V. bei seinem jüngsten Projekt. Der Verein aus der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Halver wurde 2013 von Studierenden und jungen Berufseinsteigern und Berufseinsteigerinnen ins Leben gerufen und wächst seitdem stetig. Die Vision des Vereins ist es, eine selbst bestimmte Zukunft für jeden Menschen in Togo zu schaffen. Dabei setzt der Verein besonders auf den Zugang zu Bildung und die Stärkung lokaler Strukturen. Während der Fokus dabei zunächst auf der Förderung von Schulbildung im Rahmen von Familienpatenschaften lag, reichte der Anspruch bald weiter über ein Stipendienprogramm für Absolventen und Absolventinnen bis hin zu einem landwirtschaftlichen Ausbildungszentrum. In ganz Togo, aber vielleicht noch etwas mehr abseits der Hauptstadt Lomé, ist Bildung ein Schlüssel zu neuen Perspektiven und Entwicklung; sowohl für den Einzelnen als auch für die gesamte Region. Der Verein der Freunde Togos e.V. arbeitet eng mit seinem togoischen Partnerverein ASEVEC zusammen. Dieser übernimmt die Umsetzung vor Ort und durch den ständigen Kontakt auf Augenhöhe entwickeln die beiden Vereine ihre Projekte in Togo ständig weiter. Hilfreich ist dabei auch, dass einige der Mitglieder des Vereins der Freunde Togos e.V. bereits in Togo als Freiwillige gelebt und gearbeitet haben oder aus Togo stammen.

 

So wurde in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass allein ein Schulabschluss oft nicht ausreicht, um den Weg in eine selbst bestimmte Zukunft zu bereiten.

 

Genau an diesem Punkt setzte die Idee für das jüngste Projekt an: Landwirtschaftliche Fortbildungen und eine Lehrfarm, auf der auf einer Fläche von 10 ha nachhaltige Anbaumethoden getestet und vorgeführt werden, sollen neue Perspektiven schaffen. Der Anbau auf dieser Lehrfarm wird von Fachpersonal betreut und bietet etwa 20 bezahlten Praktikanten und Praktikantinnen die Möglichkeit, Wissen über nachhaltige Landwirtschaft zu erlangen.

Welches konkrete Projekt unterstützt die „Ein-Zehntel-Stiftung“?

Die Idee ist im Grunde ganz einfach: In Togo gibt es viele Menschen, denen es an Startkapital und Wissen über geeignete Anbaumethoden fehlt.  Gleichzeitig gibt es gut ausgebildete Agrarexperten, die dieses fehlende Wissen vermitteln können. Diese beiden Gruppen bringt das Projekt zusammen, indem landwirtschaftliche Fortbildungen angeboten werden.

Projektstandort

Das kleine Land Togo hat enorme unerschlossene landwirtschaftliche Ressourcen und importiert gleichzeitig erhebliche Mengen an Lebensmitteln. Zwei Drittel der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft, so auch die Menschen in dem Ort Kougblenou Copé, ca. zwei Stunden nördlich der Hauptstadt Lomé. Die rund 650 Landwirte und Landwirtinnen dort leben von Subsistenzwirtschaft; was sie anbauen reicht jedoch gerade so für das Existenzminimum. Viele der jungen Bewohner des Dorfes verlassen regelmäßig für ein paar Monate im Jahr ihre Heimat, um in den Nachbarländern Westafrikas als Erntehelfer zu arbeiten und so Geld zu verdienen.

Maßnahmen des Projektes

Insgesamt nehmen ca. 100 Landwirte und Landwirtinnen an der Fortbildung teil. Bei der Projektplanung wurde von Anfang an die Bevölkerung von Kougblenou Copé einbezogen und ihre Bedürfnisse ermittelt. Daran ausgerichtet haben die Agrarexperten einen Ausbildungsplan erarbeitet. Über ein Jahr verteilt lernen die Teilnehmenden so zum Beispiel Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre und des Projektmanagements, aber auch der Herstellung organischen Düngers und Anbautechniken. Gleichzeitig werden sie bei der praktischen Umsetzung begleitet. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Anbaumethoden, die mit wenig Bewässerung auskommen und damit an die Region angepasst sind. Außerdem werden die Anbaumethoden so vermittelt, dass keine Maschinen benötigt werden und ohne große Anschaffungskosten weiter von Hand gearbeitet werden kann.
Gleichzeitig unterstützen die Agrarexperten das Dorf dabei, die restlichen Felder, die zu Projektstart unbenutzt waren, zu bewirtschaften. Zusammen mit den Landwirten und Landwirtinnen wurde dafür ein System erarbeitet, wie das gemeinsame Land möglichst nachhaltig und effizient für alle genutzt werden kann. In diesem arbeiten die Teilnehmenden in Gruppen aus 10 Personen und teilen sich so die Arbeit. Die Gemeinde wird mit fehlendem Saatgut ausgestattet und bei Erstanschaffungen und kleinen Investitionen unterstützt.

 

Erwartete Wirkungen des Projektes

Durch Fortbildungen soll die landwirtschaftliche Situation und damit auch die Lebenssituation der Dorfgemeinde verbessert werden.
Der Ausbau und die Verbesserung von Landwirtschaft sind die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung in ländlichen Regionen. Sie ist die Lebensrealität des Großteils der togoischen Bevölkerung, die durch eine Verbesserung ihrer (land-) wirtschaftlichen Situation dazu befähigt wird, auch ihre jeweilige Region voranzubringen.
Jungen Menschen werden Perspektiven in den ländlichen Regionen eröffnet, einer Abwanderung etwa in größere Städte wird dadurch entgegengewirkt.

 

Ökologische und nachhaltige Landwirtschaft wird etabliert und damit die Lebensgrundlage für viele Menschen auch für die kommenden Jahre gesichert. 

 

In der Region um Kougblenou Copé wird eine Plattform für (Weiter-)Bildungsangebote im Bereich Landwirtschaft geschafft.